Microsoft schaltet OWA Light ab: Was Exchange-Admins jetzt wissen müssen
Wer in seiner Exchange-Umgebung noch die vereinfachte Weboberfläche OWA Light nutzt, sollte jetzt handeln. Microsoft macht nach fast zwei Jahrzehnten endgültig Schluss mit dieser Light-Version von Outlook on the Web. Voraussichtlich im August 2026 wird die Funktion mit einem Exchange-Server-Update deaktiviert und entfernt.
Was OWA Light ist – und was nicht
OWA Light entstand vor rund 20 Jahren, zu einer Zeit, in der Browserunterstützung, verfügbare Bandbreite und Barrierefreiheits-Technologien noch deutlich eingeschränkter waren als heute. Die abgespeckte Oberfläche kam vor allem dort zum Einsatz, wo die vollständige OWA-Version zu ressourcenhungrig war: bei langsamen Verbindungen, alten Browsern oder speziellen Anforderungen an die Barrierefreiheit.
Wichtig für alle, die den Namen verwechseln: Es geht ausschließlich um OWA Light, nicht um Outlook on the Web (OWA) selbst. In der Light-Variante fehlen von jeher zahlreiche Funktionen – etwa die Rechtschreibprüfung, der Lesebereich, Erinnerungen und Benachrichtigungen, die Integration von SharePoint und Dateifreigaben, Drag-and-Drop, HTML-Textformatierung sowie diverse Kalenderoptionen inklusive Wochenansicht. Die moderne OWA-Oberfläche ist davon nicht betroffen und bleibt verfügbar.
Der Zeitplan der Abschaltung
Das Ende von OWA Light ist keine Überraschung. Microsoft hatte die Einstellung bereits im August 2024 angekündigt. Am 8. Juni 2026 wurde konkretisiert, dass die Funktion mit einem kommenden Exchange-Server-Update, voraussichtlich im August 2026, deaktiviert und entfernt wird. Danach lässt sich OWA Light weder auswählen, noch werden Nutzer automatisch dorthin weitergeleitet.
Der Hintergrund: Mittlerweile steht ausreichend Bandbreite zur Verfügung, moderne Browser unterstützen zeitgemäße Web-Standards, und Microsoft investiert stattdessen in eine moderne, browserübergreifende und barrierefreie Outlook-Weboberfläche.
Was das für Unternehmen bedeutet
Betroffen sind lokale (On-Premises-)Exchange-Server-Umgebungen, in denen OWA Light noch aktiv genutzt oder als Fallback konfiguriert ist. Konkret sollten IT-Verantwortliche jetzt vier Punkte prüfen:
- Interne Dokumentation: Verweisen Anleitungen, Schulungsunterlagen oder Helpdesk-Skripte noch auf OWA Light?
- Lesezeichen und Links: Nutzen Mitarbeitende möglicherweise noch direkte Links zu OWA Light?
- Barrierefreiheits-Workflows: Wurde OWA Light aus Gründen der Zugänglichkeit eingesetzt? Dann braucht es einen Ersatzweg über die moderne Outlook-Weboberfläche.
- Aktive Umleitungen: Sind Nutzer technisch noch auf OWA Light umgeleitet, etwa über Gruppenrichtlinien oder Exchange-Konfigurationen?
Microsoft stellt Administratoren im zugehörigen Techcommunity-Beitrag Hinweise zur Verfügung, wie sich OWA Light schon jetzt gezielt per PowerShell blockieren lässt. So lassen sich Nutzer proaktiv auf die Standardoberfläche umstellen und Überraschungen im August vermeiden.
Unsere Empfehlung
Auch wenn die Abschaltung von OWA Light für sich genommen ein kleiner Schritt ist, reiht sie sich in eine ganze Serie von Änderungen rund um Exchange ein: das Support-Ende für Exchange Server 2016 und 2019 oder die bevorstehende Abschaltung von EWS in Exchange Online im Oktober 2026. Wer seine Exchange-Umgebung ohnehin auf dem Prüfstand hat, sollte solche Themen gebündelt angehen, statt bei jeder Einzelmeldung erneut ins Admin-Center zu springen.
Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis August 2026, um Ihre OWA-Nutzung zu prüfen, betroffene Nutzergruppen zu identifizieren und Ihre Dokumentation zu aktualisieren.
Unterstützung durch enthus
Wenn Sie unsicher sind, ob und in welchem Umfang OWA Light in Ihrer Umgebung noch eine Rolle spielt, unterstützen wir Sie bei der Analyse Ihres Tenants beziehungsweise Ihrer Exchange-Server-Landschaft und bei der reibungslosen Umstellung auf die moderne Outlook-Weboberfläche.
Sprechen Sie uns an – wir prüfen gemeinsam Ihre OWA-Nutzung und planen die Umstellung vor der Abschaltung im August 2026.
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