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Nutanix ohne kompletten Hardware-Neukauf: Was Compute-Only und externer Storage wirklich ermöglichen

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In Gesprächen über VMware-Alternativen fällt fast immer derselbe Satz: „Nutanix ist interessant, aber wir haben vor zwei Jahren in Server und ein Storage-Array investiert. Das können wir nicht abschreiben.“Der Einwand ist berechtigt. Er beruht allerdings auf einem Bild von Nutanix, das inzwischen nur noch eingeschränkt stimmt.

Nutanix hat seine Architektur in den vergangenen zwei Jahren in zwei Richtungen geöffnet: für Server ohne lokale Datenlaufwerke und für externe Enterprise-Storage-Systeme. Auf der .NEXT 2026 ist diese Öffnung noch einmal deutlich ausgeweitet worden, seit Ende Juli 2026 ist mit Dell PowerStore ein weiteres Array allgemein verfügbar und NetApp steht in den Startlöchern für Ende 2026. Für Unternehmen, die ihre Virtualisierung nach der Broadcom-Übernahme neu bewerten, verändert das die Rechnung — nur nicht so pauschal, wie es in verkürzten Zusammenfassungen klingt.

Dieser Beitrag ordnet ein: was technisch möglich ist, welche Voraussetzungen gelten, wo die Grenzen liegen — und welche Fragen Sie klären sollten, bevor Sie diesen Weg in einen Business Case schreiben.

Kurz gefasst

  • Ein Compute-Only-Node braucht keine Datenlaufwerke. Damit entfällt der aufwendigste Teil der Hardwarequalifizierung — die Kompatibilitätsliste reicht bei HPE bis zur ProLiant-Gen10-Reihe von 2017 zurück.
  • Externer Storage wird über NVMe/TCP oder NFS angebunden. Fibre Channel unterstützt Nutanix ausdrücklich nicht — weder kurz- noch langfristig.
  • Verfügbar sind Dell PowerFlex, Everpure FlashArray und Dell PowerStore. HPE- und IBM-Arrays sind nicht qualifiziert. Das ist kein Ausschlussgrund, verändert aber den Business Case.

Zwei Entwicklungen, die zusammengehören

Compute-Only-Nodes und die Lizenz NCI-C

Ein Compute-Only-Node ist ein Server, der unter dem Nutanix-Hypervisor AHV läuft, aber keine lokalen Datenlaufwerke betreibt. Lokaler Speicher beschränkt sich auf das Boot-Modul für den Hypervisor. Die Kapazität für die virtuellen Maschinen kommt von woanders: entweder von hyperkonvergenten Nodes im selben Cluster oder — und das ist der neue Teil — von einem externen Storage-Array.

Lizenzseitig hat Nutanix dafür einen eigenen Typ geschaffen: NCI-C (Nutanix Cloud Infrastructure – Compute). Die Eckdaten:

  • Lizenzierung je Core, wobei die volle Core-Kapazität des Clusters abgedeckt sein muss.
  • Drei Editionen — Starter, Pro, Ultimate — analog zum klassischen NCI-Modell, Laufzeiten von typischerweise 12 bis 60 Monaten.
  • Mindestvoraussetzungen: AOS 7.1, Prism Central 2024.3.1 und NCC 4.5.0 oder jeweils höher.
  • Snapshot- und Clone-Operationen werden an das Storage-Array delegiert, statt vom Nutanix-eigenen Distributed Storage Fabric erbracht zu werden.

Externe Arrays über NVMe/TCP und NFS

Der zweite Baustein ist die native Anbindung externer Arrays. Nutanix setzt dabei bewusst auf Ethernet und hat erklärt, Fibre Channel weder kurz- noch langfristig unterstützen zu wollen. Angebunden wird über NVMe over TCP, über NFS oder — im Fall von Dell PowerFlex — über den herstellereigenen SDC-Treiber.

Aus Sicht des Administrators bleibt das Nutanix-Bedienmodell erhalten: Jede VM erhält ein eigenes Volume auf Array-Ebene, die Verwaltung läuft weiter über Prism Central, und Nutanix übernimmt die Erzeugung der Host-NQNs sowie Discovery und Multipathing automatisch. Wer heute Zoning pflegt und Multipath-Policies je Host konfiguriert, tauscht diesen Aufwand gegen VLAN- und vSwitch-Konfiguration ein.

Was das für vorhandene Server konkret bedeutet

Hier liegt der praktisch wichtigste Punkt, und er ergibt sich direkt aus der Architektur: Weil ein Compute-Only-Node keine Datenlaufwerke und keinen Storage-Controller für Nutzdaten betreibt, entfällt der aufwendigste Teil der klassischen HCI-Hardwarequalifizierung. Übrig bleibt die Frage, ob Serverplattform beziehungsweise CPU-Generation, Netzwerkkarte und Boot-Medium in der Nutanix-Kompatibilitätsliste geführt sind.

Genau so ist die Liste im Nutanix-Portal aufgebaut. Für die Kategorie „Compute Server for External Storage“ führt Nutanix eigene Listen für sechs Serverhersteller: Cisco, Dell, Fsas Technologies (vormals Fujitsu), HPE, Lenovo und Supermicro. Jede Liste besteht aus exakt drei Tabellen: Chassis samt qualifizierter CPU-Generation, Boot Components und Network Interface Cards. Mehr wird nicht qualifiziert — Datenlaufwerke und Storage-Controller für Nutzdaten kommen darin schlicht nicht vor.

Wie weit die Listen zurückreichen, überrascht viele. Die HPE-Liste (Stand 06.08.2026) qualifiziert nicht nur aktuelle Hardware, sondern reicht bis zu ProLiant DL160, DL180, DL360, DL380, DL560 und DL580 Gen10 mit Intel Xeon der ersten und zweiten Generation zurück — also zu Servern, die zwischen 2017 und 2019 beschafft wurden. Darüber hinaus gelistet: die Gen10-Plus-Modelle, die Gen11-Reihe und die aktuelle Gen12. Bei Lenovo (Stand 08.07.2026) beginnt die Liste bei ThinkSystem SR630 V2 und SR650 V2 und reicht über SR630/SR650 V3 und SR645/SR665 V3 bis zu SR630 V4 und SR650 V4.

Auf der Komponentenseite sind die Anforderungen ebenso überschaubar. Bei HPE sind als Boot-Medium unter anderem die NS204i-Familie sowie die Smart-Array-Controller P408i und E208i qualifiziert, bei den Netzwerkkarten Broadcom 57414/57416/57504/57412, Mellanox ConnectX-4/-5/-6 sowie Intel E810, X550 und X710 — jeweils mit einem konkreten Firmware-Stand je AHV-Version.

Ein Punkt zum Supportmodell, der in Angeboten oft untergeht: Nutanix leistet den Software- und Gesamtsupport, verweist bei Hardwarefragen aber an HPE beziehungsweise Lenovo. Ein gültiger Hardware-Supportvertrag beim Serverhersteller ist Voraussetzung — und Nutanix weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Konfigurationen nicht für den Premium-Hardwaresupport von HPE qualifiziert sein können. Das gehört vor die Entscheidung, nicht danach.

Ergänzend hat Nutanix die Weiternutzung bestimmter vSAN Ready Nodes geöffnet: Hardware, die ursprünglich für vSAN beschafft wurde, lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen mit NCI und AHV weiterbetreiben.

Die praktische Konsequenz: Ein Serverpark, der fünf Jahre alt ist und für den VMware-Betrieb beschafft wurde, ist nicht automatisch Elektroschrott, wenn Sie die Virtualisierung wechseln. Ob er konkret weiterverwendbar ist, entscheidet aber nicht die Marketingaussage, sondern der Eintrag in der Kompatibilitätsliste — inklusive Firmware-Stand, konkretem Boot-Controller und konkretem NIC-Modell.

Welche externen Storage-Systeme unterstützt werden

Der Stand von August 2026 im Überblick (Stand 19.08.2026). Verbindlich ist in jedem Einzelfall die jeweils aktuelle Nutanix-Kompatibilitätsliste:

Storage-SystemAnbindungServerplattformStand 08/2026
Dell PowerFlexPowerFlex SDC (herstellereigen)ausschließlich Dell PowerFlex Serververfügbar
Everpure (vormals Pure Storage) FlashArray //X, //XL, //CNVMe/TCPCisco UCS, Dell PowerEdge, HPE ProLiant/Apolloverfügbar; //C und synchrone Replikation mit .NEXT 2026 ergänzt
Dell PowerStoreNVMe/TCPDell PowerEdgeverfügbar seit Ende Juli 2026, ab NCI 7.6, validiert über Dell Private Cloud
NetApp ONTAP (AFF A-Serie, ausgewählte FAS-Systeme)NFSmehrere Anbieter vorgesehenfür die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt
Lenovo ThinkSystem StorageNFSLenovo ThinkSystemfür die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt

Die Nutanix-eigenen NX-Appliances sind von den Integrationen für externen Storage ausgenommen — sie bleiben dem klassischen HCI-Modell vorbehalten.

Und was ist mit HPE- oder IBM-Storage?

Diese Frage kommt in der Praxis sofort — gerade bei Unternehmen, die HPE Alletra oder IBM FlashSystem im Rechenzentrum stehen haben. Die Antwort ist derzeit eindeutig: noch nicht.

Weder HPE-Storage (Alletra Storage MP B10000, Alletra 5000/6000/9000, Primera, Nimble) noch IBM FlashSystem sind als externe Storage-Systeme für Nutanix qualifiziert. Sie stehen weder in den Kompatibilitätslisten des Nutanix-Portals noch in der Architekturdokumentation zum externen Storage, und sie waren auch nicht Teil der Ankündigungen der .NEXT 2026. Angekündigt wurden dort NetApp, Dell PowerStore und Lenovo ThinkSystem Storage — HPE und IBM nicht.

Wichtig ist die saubere Unterscheidung zwischen zwei Rollen:

  • Als Compute-Plattform ist HPE unterstützt. ProLiant DL steht ausdrücklich in der Liste „Compute Server for External Storage“.
  • Als Storage-Plattform ist HPE nicht unterstützt. Ein HPE-Server unter Nutanix AHV kann heute auf ein Everpure FlashArray zugreifen, nicht aber auf ein HPE Alletra.

Am Protokoll liegt das nicht: HPE Alletra Storage MP B10000 unterstützt NVMe over TCP, IBM FlashSystem ebenfalls. Die Hürde ist die gemeinsame Qualifizierung und die Partnerschaft dahinter — Nutanix qualifiziert jedes Array einzeln, inklusive Integration in Prism Central und Support-Prozess. HPE verfolgt zudem mit Morpheus und VM Essentials eine eigene Virtualisierungsstrategie, was eine Integration auf der Storage-Seite strategisch unwahrscheinlicher macht als bei Anbietern ohne eigenen Hypervisor.

Für die Praxis heißt das: Wer HPE- oder IBM-Storage weiterbetreiben will, kann das zumindest heute nicht als Nutanix-Datastore tun. In Frage kommen dann andere Wege — ein Weiterbetrieb der Arrays für Workloads außerhalb des Nutanix-Clusters, eine Storage-Migration oder eine Virtualisierungsplattform, die diese Arrays nativ unterstützt. Hier lohnt es sich, noch etwas abzuwarten und die Roadmap in 3–6 Monaten gemeinsam neu zu bewerten.

Die Grenzen, die Sie kennen müssen

Wer diesen neuen Weg mit Nutanix prüft, sollte die Einschränkungen genauso präsent haben wie die Möglichkeiten. Vier Punkte fallen in der Praxis ins Gewicht.

Erstens: Die Serverplattform ist an das Storage-System gekoppelt. „Bestehende Server weiterverwenden“ gilt nicht unabhängig vom Array. Dell PowerFlex setzt eine reine Dell-Konfiguration voraus, PowerStore erfordert Dell PowerEdge, Lenovo ThinkSystem Storage setzt Lenovo-Server voraus. Nur die Everpure-Integration ist über mehrere Serverhersteller hinweg qualifiziert. Wer HPE-Server und ein NetApp-System betreibt, muss also prüfen, ob genau diese Kombination auf der Liste steht — nicht nur die beiden Komponenten einzeln.

Zweitens: Funktionslücken zum Start. Für Konfigurationen mit externem Storage waren zum Start unter anderem End-User-Computing/VDI, Nutanix Unified Storage (Files und Objects) sowie array-gesteuerte synchrone Replikation nicht unterstützt. Bei Everpure ist die synchrone Replikation inzwischen nachgezogen worden. Wenn eines dieser Themen zu Ihrer Zielarchitektur gehört, ist das ein Grund, den Funktionsumfang für Ihre konkrete Array-Kombination konkret abzufragen, statt ihn anzunehmen.

Drittens: Das Netzwerk wird zum Storage-Pfad. Der Vorteil der Datenlokalität, der klassisches Nutanix-HCI auszeichnet, entfällt in der disaggregierten Architektur. Nutanix nennt 10-Gigabit-Ethernet als Untergrenze, empfiehlt aber ausdrücklich 25 GbE, idealerweise zwei dedizierte Storage-NICs im LACP-Verbund, einen separaten virtuellen Switch ausschließlich für Storage-Verkehr und eine MTU von 9.000 Byte. Dazu der nüchterne Hinweis unabhängiger Analysten: NVMe/TCP und NFS erzeugen mehr Overhead auf dem Server und erreichen nicht zwangsläufig den Durchsatz einer Fibre-Channel-Anbindung. Für latenzkritische Datenbanken gehört das in einen Test, nicht in eine Annahme.

Viertens: Bei klassischen Compute-Only-Nodes im HCI-Cluster gelten Verhältnisregeln. Wenn Sie Compute-Only-Nodes nicht mit externem Storage, sondern innerhalb eines bestehenden Nutanix-HCI-Clusters betreiben, empfiehlt Nutanix ein Verhältnis von zwei hyperkonvergenten zu einem Compute-Only-Node. Zusätzlich muss die Summe der CVM-vCPUs auf den HCI-Nodes mindestens der Summe aller Cores auf den Compute-Only-Nodes entsprechen, und die Netzwerkbandbreite der HCI-Nodes muss doppelt so hoch dimensioniert sein. Diese Regeln begrenzen, wie viel vorhandene Hardware sich auf diesem Weg tatsächlich einbinden lässt. Zumal gegenwärtig noch nicht ganz klar ist, ob sich bestehende Compute-Only-Nodes überhaupt in ein neues HCI-Cluster integrieren lassen. Hier muss jeweils der Einzelfall im Projekt analysiert werden.

Warum das Thema jetzt auf den Tisch gehört

Der wirtschaftliche Auslöser ist bekannt, die Zeitachse aber nicht überall präsent. VMware vSphere Standard und vSphere Enterprise Plus enden als eigenständige Editionen bei Version 8 Update 3 — eine Version 9 dieser Editionen wird es nicht geben, und im Neugeschäft sind sie nicht mehr erhältlich. Für Neuabschlüsse und Verlängerungen bleiben faktisch nur die Bundles VMware vSphere Foundation und VMware Cloud Foundation. Lizenziert wird je physischem CPU-Core mit einem Minimum von 16 Cores je CPU.

Die harte Frist ist der 11. Oktober 2027: Zu diesem Termin endet nach den Angaben im Broadcom-Lifecycle-Portal der General Support für vSphere 8. Danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr — und der Weg auf vSphere 9 führt ausschließlich über die Bundles. Für viele mittelständische Unternehmen fällt der nächste Renewal-Termin damit in ein Fenster, in dem gleichzeitig eine Architekturentscheidung ansteht.

Genau hier verändert die Nutanix-Öffnung die Optionen: Der Wechsel des Hypervisors muss nicht mehr zwangsläufig mit dem Austausch von Servern und Storage zusammenfallen. Diese Entkopplung ist der eigentliche Gewinn — sie erlaubt, die Investitionszyklen von Compute, Storage und Virtualisierungsplattform wieder getrennt voneinander zu planen. Nutanix hat auf der .NEXT 2026 zudem einen Wechsel von ESXi auf AHV ohne Datenumzug angekündigt, sofern unterstützter externer Storage im Einsatz ist; wie weit das für eine konkrete Umgebung trägt, gehört in die Vorprüfung.

Zur Ehrlichkeit gehört auch: Was hier verschwindet, ist eine Investitionsbarriere, kein Migrationsaufwand. Der Umzug der Gastsysteme auf AHV bleibt ein Projekt mit eigenen Fallstricken — VirtIO-Treiber müssen vorab im Gast installiert sein, Backup-, Monitoring- und Automatisierungswerkzeuge brauchen Anpassung, Test- und Abnahmeaufwand sind einzuplanen.

Fünf Fragen, die Sie vor dem Business Case klären sollten

  1. Steht Ihre konkrete Kombination auf der Liste? Nicht „HPE wird unterstützt“, sondern: dieses Servermodell, diese CPU-Generation, dieses NIC-Modell, diese Boot-Komponente, dieser Firmware-Stand — und in Verbindung mit diesem Storage-Array. Und getrennt davon: Steht Ihr vorhandenes Array überhaupt auf der Storage-Seite der Liste? Bei HPE- und IBM-Systemen lautet die Antwort heute nein.
  2. Wie alt ist die vorhandene Hardware wirklich? Weiterverwendung lohnt sich, wenn noch drei bis vier Jahre Nutzungsdauer und Herstellersupport vor Ihnen liegen. Bei Servern kurz vor dem Wartungsende verlagert sich die Rechnung schnell zugunsten einer Neubeschaffung.
  3. Trägt Ihr Netzwerk die neue Rolle? Zwei dedizierte 25-GbE-Pfade je Compute-Node, Jumbo Frames, saubere Trennung von Management- und Storage-Verkehr — das ist keine Randnotiz, sondern eine Voraussetzung.
  4. Brauchen Sie Funktionen, die aktuell nicht unterstützt werden? VDI, Nutanix Files und Objects oder array-gesteuerte synchrone Replikation gehören für Ihre konkrete Array-Kombination geprüft.
  5. Was ist die realistische Alternative? Ein belastbarer TCO-Vergleich über drei bis fünf Jahre stellt die Weiternutzung nicht nur gegen den VMware-Renewal, sondern auch gegen eine klassische HCI-Neubeschaffung und gegen andere Plattformoptionen.

Einordnung

Die Nachricht ist nicht, dass Nutanix mehr Hardware unterstützt. Die Nachricht ist, dass die Plattformentscheidung nicht länger an einen vollständigen Infrastrukturaustausch gekoppelt ist. Bestehende Server, vorhandene Enterprise-Storage-Systeme und eine moderne Virtualisierungsplattform lassen sich deutlich freier kombinieren als noch vor zwei Jahren.

Ob dieser Weg für Ihr Unternehmen der wirtschaftlichste ist, hängt am Detail: an Ihrer Hardware, Ihrem Netzwerk, Ihren Workloads und Ihrem Renewal-Termin. Genau das lässt sich in einem strukturierten Architektur- und Kostenvergleich in überschaubarer Zeit klären — ergebnisoffen, mit Nutanix als einer von mehreren Optionen.

Wir bei enthus begleiten mittelständische Unternehmen durch diese Bewertung: Bestandsaufnahme der vorhandenen Server- und Storage-Landschaft, Abgleich gegen die aktuellen Kompatibilitätslisten, TCO-Vergleich über den Betrachtungszeitraum und ein belastbarer Migrationspfad.

Häufige Fragen

Kann ich meine vorhandenen Server wirklich unter Nutanix weiterbetreiben?

In vielen Fällen ja — als Compute-Only-Node. Weil ein solcher Node keine Datenlaufwerke betreibt, besteht die Qualifizierung aus genau drei Tabellen: Chassis mit CPU-Generation, Boot-Komponente und Netzwerkkarte. Nutanix führt dafür eigene Listen für Cisco, Dell, Fsas Technologies, HPE, Lenovo und Supermicro. Bei HPE reicht die Liste bis zur ProLiant-DL-Gen10-Reihe zurück, bei Lenovo bis ThinkSystem SR630 V2 und SR650 V2.

Werden HPE- oder IBM-Storage-Systeme als externer Storage unterstützt?

Nein. Weder HPE Alletra, Primera oder Nimble noch IBM FlashSystem sind als externe Storage-Systeme für Nutanix qualifiziert — sie stehen in keiner Nutanix-Kompatibilitätsliste und waren auch nicht Teil der .NEXT-2026-Ankündigungen. Am Protokoll liegt das nicht, beide Hersteller unterstützen NVMe over TCP; es fehlt die gemeinsame Qualifizierung. Wichtig ist die Unterscheidung: HPE-Server sind als Compute-Plattform für externen Storage unterstützt, HPE-Arrays als Storage-Plattform nicht.

Was ist NCI-C und wie unterscheidet es sich von NCI?

NCI-C (Nutanix Cloud Infrastructure – Compute) ist der Lizenztyp für Compute-Only-Cluster. Er wird je Core lizenziert, ist in den Editionen Starter, Pro und Ultimate verfügbar und setzt mindestens AOS 7.1, Prism Central 2024.3.1 und NCC 4.5.0 voraus. Anders als beim klassischen NCI liefert nicht der Nutanix-eigene Storage-Layer die Kapazität, sondern ein qualifiziertes externes Array — Snapshots und Clones übernimmt dann das Array.

Welche externen Storage-Systeme unterstützt Nutanix?

Verfügbar sind Dell PowerFlex, Everpure FlashArray //X, //XL und //C sowie seit Ende Juli 2026 Dell PowerStore ab NCI 7.6. Für NetApp ONTAP (AFF A-Serie und ausgewählte FAS-Systeme) und Lenovo ThinkSystem Storage hat Nutanix die Unterstützung für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt. Der jeweils gültige Stand steht in der Nutanix-Kompatibilitätsliste.

Unterstützt Nutanix Fibre Channel?

Nein. Nutanix hat erklärt, Fibre Channel weder kurz- noch langfristig unterstützen zu wollen. Die Anbindung erfolgt über NVMe over TCP, über NFS oder den herstellereigenen SDC-Treiber bei Dell PowerFlex. Für Umgebungen mit reiner FC-Infrastruktur bedeutet das Anpassungsbedarf im Netzwerk — FC-HBAs können in der Übergangsphase im Server verbleiben.

Leidet die Performance, wenn der Storage nicht mehr lokal liegt?

Die Datenlokalität als Architekturvorteil entfällt, der Storage-Pfad läuft über das Netzwerk. NVMe/TCP und NFS erzeugen mehr Overhead auf dem Server als eine Fibre-Channel-Anbindung. Nutanix empfiehlt zwei dedizierte 25-GbE-Storage-NICs im LACP-Verbund, einen separaten virtuellen Switch und MTU 9.000. Für latenzkritische Workloads gehört eine Messung im Proof of Concept in die Planung.

Wie viele Compute-Only-Nodes kann ich in ein bestehendes Nutanix-HCI-Cluster aufnehmen?

Ohne externen Storage empfiehlt Nutanix ein Verhältnis von zwei hyperkonvergenten zu einem Compute-Only-Node. Zusätzlich muss die Summe der CVM-vCPUs mindestens der Summe der Cores aller Compute-Only-Nodes entsprechen, und die Netzwerkbandbreite der HCI-Nodes muss doppelt so hoch sein wie die der Compute-Only-Nodes. Details sind im Einzelprojekt zu klären.

Bis wann muss ich mich entscheiden, wenn ich heute VMware einsetze?

vSphere Standard und Enterprise Plus enden bei Version 8 Update 3 und sind im Neugeschäft nicht mehr erhältlich; für Neuabschlüsse stehen nur noch die Bundles VVF und VCF zur Verfügung. Für vSphere 8 nennt Broadcom den 11. Oktober 2027 als Ende des General Support. Wer den nächsten Renewal-Termin in diesem Fenster hat, sollte Alternativen jetzt bewerten — mit Vorlauf verhandelt es sich besser.

Unterstützung durch enthus

Wir prüfen Ihre vorhandene Server- und Storage-Landschaft gegen die aktuellen Nutanix-Kompatibilitätslisten, rechnen die Weiternutzung gegen Neubeschaffung und VMware-Renewal und benennen die Punkte, die vor einer Entscheidung im Projekt zu klären sind.

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